Aufgabe:
Lies den Text über die Büffeljagd mehre Male gut durch! Klicke danach auf FRAGEN und beantworte die Fragen schriftlich! Achtung! Antworte in ganzen Sätzen! Am Schluss kannst du, falls nötig, unklare Stellen mit Hilfe des Textes ergänzen. Kontrolliere deine Antworten mit dem Lösungsblatt!
Ziel:
Du kennst die Jagdstrategie der Indianer und weisst, welche Nutzen sie aus der Jagd gezogen haben.
Auf der Pirsch
Der Morgen graut über der Prärie. Tausende von Büffeln grasen auf der unendlichen Weide. Ein Bild des Friedens. Doch plötzlich kommt Unruhe in die Tiere. Am südlichen Rand der Herde gibt es plötzlich rasche Bewegungen. Rund ein Dutzend mutiger Jäger wirft die Büffelfelle ab, unter deren Tarnung sie sich im Schutz der Nacht ganz dicht an die Herde herangeschlichen haben.
Sie heben ihre Bögen und Lanzen. Schnell sausen Pfeile von den Sehnen, einige Büffel knicken ein, die andern ergreift eine wilde Panik, die sich sofort auf die ganze Herde überträgt. In wenigen Minuten sind die grossen, massigen Tiere in einer wilden, staubaufwirbelnden Jagd in Richtung Norden auf und davon. Aus dem nahen Wald strömen Frauen und Kinder der Indianer und beginnen mit dem Zerteilen der erlegten Beute.
Der Büffel bot einerseits ausreichend Nahrung, andererseits gab das Tier ihnen alles, was sie zur Herstellung von Kleidung und Geräten benötigten. Ein erlegtes Tier wurde buchstäblich vom Horn bis zu den Schwanzhaaren verwertet. Hinzu kamen andere Tiere wie Antilopen, Weissschwanzhirsch, Baumstachler, und, nicht zu vergessen, natürlich Bären, Otter und der Adler.
Die Büffeljagd war kein leichtes Unterfangen. Die mächtigen Tiere waren ständig in Bewegung und erstaunlich schnell. Da sie schneller laufen konnte als jeder Mensch, konnte eine riesige, viel tausend Büffel umfassende Herde über Nacht verschwunden sein.
Die Jäger lauerten ihrer Beute deshalb geduldig, auf allen Vieren kriechend durch Felle und Geweihe getarnt auf. Aber selbst wenn es ihnen auf diese Weise gelang, nahe genug heranzukommen, um einen Büffel mit dem Pfeil zu treffen, entkam das verwundete Tier häufig. Eine bessere Art, grössere Mengen von Fleisch zu erbeuten, war es, eine Herde über einen Felsabsturz zu treiben. Die Büffel wurden in panischer Flucht in eine trichterförmig verengte Bahn aus Felsblöcken getrieben. Männer und Frauen schreckten sie mit hin und her geschwenkten Zweigen und Fellen, schrien und lärmten, so laut sie konnten, und jagten die verstörten Tiere durch die Bahn in den Tod. Sofort nach der Erlegung des Tieres wurde es gemeinsam von Männern, Frauen und Kindern enthäutet und zerlegt. Dabei naschten alle von Leber, Nieren und Gehirn. Teilweise wurde das frische Fleisch an einem Holzspiess über dem Feuer geröstet, teilweise aber auch mit Gemüse, zum Beipsiel mit wilden Rüben, gekocht. Eine Art Wurst stellten die Indianer her, indem sie Büffeleingeweide mit Fleisch und Gewürzen füllten. Das nicht sofort verzehrte Fleisch wurde in Streifen geschnitten und an Stangen getrocknet. So hielt es sich über lange Zeit und konnte dann später aufgebrüht werden. Auf diese Weise legten sich die Indianer im Herbst einen Wintervorrat an.
Der Büffel lieferte aber nicht nur die Nahrung, sondern auch Bekleidung und andere nützliche Dinge. Vor der Anfertigung von Kleidern musste man das Büffelfell präparieren. Als erstes wurde das Fell auf dem Boden festgepflockt oder auf einen Rahmen gespannt. Das Fleisch wurde von der Innenseite, die Haare von der Aussenseite abgekratzt. Dann rieb man die Innenseite der Haut mehrfach mit einer Mischung aus Leber, Fett und Gehirn ein und wusch die Haut im Fluss ab. Zum Schluss wurde das Leder weich und elastisch gemacht, indem man es durch die Schlinge eines am Pfahl befestigten Seiles hin und her zog.
Später dann, als die Indianer die Pferde von den Weissen übernahmen, fanden die Büffeljagten vorwiegend zu Pferde statt. Ein Indianer konnte so in wenigen Tagen einen halben Jahrebedarf an Büffeln erjagen.
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