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Aufgabe:

Lies die Gedichte mehrmals gut durch! Wähle zwei, die dir besonders gut gefallen. Eines darfst du der Klasse vorlesen, das andere lernst du zuhause auswendig! Du wirst es der Klasse morgen vortragen!

Ziel:

Du lernst verschiedene Indianergedichte kennen und kannst eines lebendig und vortragen und gestalten.


Gedichte

Der Jäger spricht den Hirsch an, den er erledigt hat

Es tut mir leid, dass ich dich töten musste,
kleiner Bruder.
Aber ich brauche dein Fleisch,
denn meine Kinder hungern.
Ich will deinen Mut, deine Kraft
und deine Schönheit ehren - sieh her!
Ich hänge dein Geweih an diesen Baum,
jedes Mal, wenn ich vorüberkomme,
werde ich an dich denken
und deinem Geist Ehre erweisen.
Es tut mir leid, das ich dich töten musste,
vergib mir, kleiner Bruder.
Sieh her, dir zum Gedenken
rauche ich die Pfeife,
verbrenne ich diesen Tabak.

Jimalee Burton


Dieser Tag ist vorüber

Wenn der Tag vorüber ist,
denke ich an alles, was ich getan habe.
Habe ich den Tag vergeudet,
oder habe ich etwas erreicht?
Habe ich mir einen neuen Freund gemacht
oder einen Feind?
War ich wütend auf alle,
oder war ich freundlich?
Was ich auch getan habe,
es ist vorbei.
Während ich schlafe,
bringt die Welt einen neuen Tag hervor,
den ich gebrauchen kann
oder vergeuden oder was auch immer ich will.
Heute Abend nehme ich mir vor:
Ich werde gut und freundlich sein
ich werde etwas tun,
was wert ist, getan zu werden.


Wir lieben die Stille

es stört uns nicht,
wenn die Maus bei uns spielt;
wenn der Wind im Wald
mit den Blättern raschelt -
wir fürchten uns nicht.

Ein Indianerhäuptling


Ich bin frei geboren

frei wie ein Adler,
der über den grossen blauen
Himmel schwebt.
Ein leichter Wind streift sein Gesicht.
Ich werde frei sein.

Dion Panteah, 15 Jahre


Wozu brauchen wir die Zeit?

Damals, in den alten Tagen,
brauchten wir sie nie.
Wir richteten uns nach dem Aufgang
und Untergang der Sonne.
Wir mussten uns niemals beeilen.
Wir brauchten nicht auf die Uhr zu blicken.
Wir mussten nicht zu einer bestimmten Zeit
bei der Arbeit sein.
Wir taten, was getan werden musste,
wenn uns danach war.
Aber wir achteten darauf, es zu tun,
Bevor der Tag zu Ende ging.
Wir hatten noch Zeit,
denn der Tag war noch ganz.

Scott Eagle, 11 Jahre


Ich tanze im Mondlicht

und höre das Schlagen der Trommel.
Die Glöckchen an meinen Beinen
klingen wie zwinkernde Sterne.
Die Federn rauschen im Winde,
die über das Grasland fegen.
Die Stimmen der Sänger
dort an der Trommel
gleichen dem Donner.
Ich tanz auf den Wolken.

Americo Martinez, 11 Jahre

Aktualisiert: 27.03.2007